WERKE

Altes hervorzuholen, zu analysieren und erneut zu bearbeiten kann ein Brückenschlag sein zwischen künstlerischer Herkunft und möglicher Weiterentwicklung. Altes hervorzuholen könnte aber auch das Scheitern erinnern und Pfade von Fehlentwicklungen ans Licht heben. Im März 2025 entschied ich mich für die Einrichtung eines eigenen Ateliers, inhaltlich und als räumlicher Rahmen, um alle bis zu diesem Zeitpunkt entstandenen Arbeiten in einem Raum zusammen zu bringen. Ich begann, diese zu fotografieren und die dabei vergebenen Kennzeichnungen in ein Werkverzeichnis zu übertragen. Bis dahin war das lediglich eine Form der Dokumentation. Bereits beim Zusammentragen, Transportieren, Sortieren und Betrachten strahlten diese Arbeiten zunehmend Kraft und Inspiration aus, die sie mir scheinbar auf eine Weise freigaben, wie ich diese Kraft und Inspiration in sie investiert hatte. Das ist eine vollkommen persönliche Einschätzung und Wahrnehmung und ein zunehmend wirkungsvolles Spannungsfeld als Antrieb, über neue Ansätze nachzudenken. So wie INDEX zu Beginn als Pool für die Zwischenstände beschrieben wurde, so ist dieses Projekt mein Ansatz geworden, der nun explizit auf das Spannungsfeld zwischen Bestehendem und Künftigem setzt. Im Werkverzeichnis und auf den gedruckten Seiten sowie in den Fächern des Lagers finde ich unterschiedlichste Grundlagen. Texte, Skizzen und Bilder, 3D-Objekte und sogar Möbel. Selektiv kann ich auswählen, vervielfältigen, modifizieren und auch löschen, wenn ich keine Tragfähigkeit erkennen kann. Das wird aber nur ein Teil der Arbeit sein. Würde ich nur „Altes“ aufkochen und neu würzen, gäbe es morgen nichts, auf das ich wieder zugreifen könnte. Neuen Projekten gehört die Zukunft! Der respektvolle Umgang mit der Substanz leitet im besten Fall über in die Gegenwart und bietet Inspiration für Unbekanntes. Unfertig als Programm ist die Herausforderung. Jede Weiterentwicklung eines Werks erhält einen Index. Es wird fortgeschrieben.