TEXT

Ich bezeichne die Texte bevorzugt als Skizzen, die wie beim Entwerfen auf durchscheinendem Papier immer wieder überschrieben werden, bis der Stand der Komposition an ein Vertretbares oder Hörbares heranreichet. Es ist ein Eintauchen in den Textkörper. Die Poesie der Arbeit ist das Prozessuale, welches auch als Protokoll einer Sichtbarmachung verstanden werden kann. Das Unvollendete bleibt Gegenstand. In einem solchen Raum verliert der bisher geltende Anspruch auf Zielgerichtetheit und Linearität, Rechtfertigung und Perfektion seine Macht. Die Schönheit liegt in einer Form der Unvollkommenheit (Wabi-Sabi).

Für alle ausgewählten Texte gelten einheitliche formale Parameter. Die  hierfür entwickelte Struktur regelt die Spaltenbreite und enthält eine Vorgabe für Schrift- und Absatzformate. Das einheitliche Absatzformat ist der Blocksatz. Es gibt keine Interpunktion. Großbuchstaben kennzeichnen den Satzanfang. Zeilensprünge dienen nur der übergeordneten Gliederung. Die unterschiedlichen Texte werden gleich aus welcher Quelle sie stammen formal „neutralisiert“. Die Aufmerksamkeit gilt den Inhalten. Die Form tritt zurück und räumt dem Erleben den Vortritt ein.